Fracking muss an die enge Leine

 


Im Auftrag des Europäischen Parlaments haben das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH und die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH ein Gutachten über die „Auswirkungen der Gewinnung von Schiefergas und Schieferöl auf Umwelt und menschliche Gesundheit“ ausgearbeitet. Dazu teilt der SPD-Europaabgeordnete Matthias Groote mit:

Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass aktuell die Gewinnung von Schiefergas mit dem Hydrofracking-Verfahren mit „unvermeidbaren Auswirkungen auf die Umwelt einhergeht“ und „selbst bei ordnungsgemäßer Handhabung der Technik mit erheblichen Gefahren für Umwelt und menschliche Gesundheit verbunden“ ist. Diese Ergebnisse machen zwingend einen neuen europäischen Rechtsrahmen für den Bergbau erforderlich. Dieser muss sehr eng gefasst werden. Fracking muss an die Leine. Die Genehmigung zur Erschließung von Gas aus Schieferschichten, die gerade auch in Norddeutschland erfolgen soll, erfolgt nach dem nationalen Bergrecht, das längst an seine Grenzen stößt.

Die Gutachter sagen, dass die Gefahren für Umwelt, Klima und Gesundheit durch „schärfere technische Vorschriften, umsichtiges Handeln und Aufsicht durch Behörden eingedämmt oder sogar ausgeräumt“ werden können. Gegenwärtig ist es so, dass der EU-Rechtsrahmen eine Umweltverträglichkeitsprüfung erst dann vorschreibt, wenn aus einem Bohrloch pro Tag mehr als eine halbe Million Kubikmeter Gas gefördert wird. Der Wert ist viel zu hoch, weil die Fördermenge anfangs lediglich bei einigen zehntausend Kubikmetern liegt. Ungeklärt sind bisher die Auswirkungen auf das Grundwasser. Auch das Klima kann beim Fracking unter auftretenden Treibhausgas-Emissionen (Methan) leiden.

Die Gutachter bezweifeln, dass der Vorrat an Schiefergas in Europa groß genug ist, den sich abzeichnenden Rückgang der konventionellen europäischen Gasförderung auch nur annähernd auszugleichen. Nötige Umweltauflagen würden zudem die Projektkosten in die Höhe treiben und die Umsetzung der Projekte verzögern.

Nach Meinung der Gutachter ginge umweltpolitisch ein falsches Signal von der Gasgewinnung aus Schieferschichten aus: Es spiegele den Eindruck einer gesicherten Gasversorgung vor, während tatsächlich das Signal an die Verbraucher sein sollte, Gas einzusparen durch wirksame Energienutzung.

 

 


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